Jahreskreis Blog

Das Schreiben macht mich glücklich. Ob als Bibliothekarin beim Verfassen eines Artikels für die regionale Zeitung oder auf meiner Homepage und anderen offenen Kanälen. Ich lebe ein bewusstes Leben im Rhythmus mit dem Jahreskreis, beschäftige mich mit altem Wissen und Spiritualität im Alltag. Mit diesem öffentlich geführten und einsehbaren Tagebuch auf meiner Webseite teile ich meine Gedanken zu diesen Themen in niedergeschriebenener Form mit dir. Ich freue mich über deine Kommentare.


Juni 2021

4. Jahreskreis Fest - Sommersonnwendfeuer

Eine liebe Freundin verbrachte einige Tage auf einer Alm und lud ein paar Frauen zu einem Sonnwendtreffen ein. Kurzerhand zauberten wir uns ein schönes und einfaches Ritual in der Natur mit allem was dazu gehört.

 

Ein Blütenkreis wurde gestreut als Schutzkreis für unser lichtvolles Wirken, dazu etwas Salz. Eine Feuerschale wurde mittig aufgestellt, für das traditionelle Sonnwendfeuer. Die vier Elemente mit den vier Himmelsrichtungen luden wir ebenso ein: mit Muscheln (Wasser im Westen), Kerzen (Feuer im Süden), Federn (Luft im Osten) und Haselzweigen (Erde im Norden). Wir tanzten Kreistänze, verbrannten alte Themen als geschriebene Worte auf Zetteln, zogen Orakelkarten für das Neue. Als Abschluss des Rituals durchschritten wir ein Tor, bestehend aus zwei Stöcken und geschmückt mit Blumen, und betraten bewusst die zweite Jahreshälfte. Danach folgte ein geselliges Beisammensein mit Speis und Trank, denn auch so etwas gehört schließlich zu jedem Ritual. ;-)

 

Dass so ein Ritual tatsächlich wirkt, zeigte sich die Tage darauf. Mehrere zufällige Begegnungen mit Wildtieren bestätigten meine neu gestärkte Verbundenheit zu Mutter Erde und dem Kosmos. Ein Feldhase und kurz darauf ein Reh kreuzten bereits unseren Heimweg von der Alm. Abends entdeckte ich einen Igel in meinem Garten. Eine Eidechse beobachtete mich tags darauf mehrmals bei meinen Gartenarbeiten. Mehrere Möwen flogen über mein Haus, was auch nur sehr selten vorkommt. Und schließlich zischte noch ein Eichhörnchen über meine Wiese. Man kann so manches an Botschaften aus der Natur lesen, wenn man bewusst hinsieht.

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Mai 2021

3. Jahreskreis Fest - Beltane Blumenkrone

Bei meinem ersten bewusst gefeierten Jahreskreisfest Beltane - im Zuge meines Online Workshops - wollte ich es richtig machen, und mir ganz festlich einen Blumenkranz binden. Mit meinen 36 Jahren ist es der allererste Kranz aus Blüten, den ich selbst bastle. Ein wunderschönes Gefühl, dieser kreative Akt. Ein bewusstes Eintauchen in die Energien und Themen rund um Beltane: Wachstum, Fruchtbarkeit und Erblühen. Und da in diesen Tagen auch eine ganze Reihe an Liebesgöttinnen präsent ist (Aphrodite, Venus, Freya...), was würde da besser passen, als sich selbst als Göttin zu feiern und eine Blumenkrone aufzusetzen. Denn auch die Selbstliebe ist jetzt ein großes Thema.

 

Als Material ist nicht mal viel nötig: eine Zange, eine Schere, ein dicker Draht (1mm), ein dünner grüner Draht, ein Floristentape (aus dem Bauhaus), und natürlich Blumen. Dies können natürlich selbst gesammelte Kräuter bzw. Grünzeug und zarten Blüten sein. Ich habe mich bei einer Floristin erkundigt und mir dort drei verschiedene Pflanzenarten mitgenommen. Unter anderem wurde mir die Wachsblume empfohlen (weiße kleine Blüten, sh. Foto), die lange haltbar sein soll. Schleierkraut hatte sie leider keines. Auch Farnarten eignen sich gut.

 

Zuerst habe ich mir mit dem dicken Drahl einen Drahtkranz passend für meinen Kopf geformt. Diesen habe ich anschließend mit Floristentape umwickelt, damit der Draht nicht mehr zu sehen ist und die Blumen besser Halt haben. Die Blumen habe ich zu kleinen Büscheln gebündelt und klein geschnitten. Dann habe ich begonnen, das erste Blumenpäckchen aufzulegen und mit dem dünnen Draht festzudrehen. Danach habe ich weiter Büschel für Büschel - und immer in dieselbe Richtung - aufgelegt und festgebunden. Solange bis der Drahtkranz komplett voll mit Blüten und Grünzeug war. Mein Ergebnis kann sich sehen lassen, finde ich.

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März 2021

2. Jahreskreis Fest - Frühlingsritual Lebensquelle

Ich habe eine Quelle entdeckt, ganz nah in einem benachbarten Ort. Es war mein Wunsch, ursprüngliches Wasser direkt aus einer natürlichen Quelle zu trinken. Mit der Absicht, der Essenz des Lebens zu begegnen und diese zu erfahren, habe ich mich auf den Weg gemacht. Es war ein magisches Erlebnis. Meinen allerersten Quellenbesuch durfte ich mit einer lieben Freundin machen. Auf dem Weg dorthin begegneten uns mehrere Krafttiere.

 

Eine Eidechse, Reptil aus einer alten Zeit. Das Tier zeigt uns den richtigen Weg, zurück zum Ursprung. Bei einem kurzen Aufenthalt an einer nahegelegenen Ruine tanken wir mit ein paar Übungen positive Energie. Ein Adler im Segelflug, stürzt sich kurze Zeit später im Sturzflug auf ein Beutetier (ein frisch erlegter Fuchs wird noch unseren Weg kreuzen und das bestätigen). Auch wir gehen mit Klarheit unseren Weg weiter zu unserem Ziel. Bei der Wasserquelle angekommen begrüßen uns zwei Rehkitze. Die Anwesenheit dieser zauberhaften Wesen fordert uns auf zum Innehalten und unser Herz zu öffnen.

 

Und dann der besondere Moment: Taucht man die Hände ins klare Wasser, kann man ganz bewusst Sorgen und Ängste abfließen lassen. Die Kraft des Wassers reinigt die Starre der letzten Wintermonate und befreit von altem Ballast. Ein einfaches Ritual, das jeder für sich durchführen kann.

 

Ich erkenne die Verbundenheit mit der Quelle allen Lebens. Ich entscheide mich dafür, bewusste Schritte ins Erwachen, in ein fruchtbares lebendiges Leben zu machen. Für einen Neubeginn im Jahreskreis... mit der Frühlingstagundnachtgleiche.

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24 Jän 2021

1. Jahreskreis Fest - Kerzenritual im Wald

Neben mir in meiner Räucherschale verraucht das soeben gesammelte Fichtenharz aus dem Wald. Welch herrlicher Harzduft liegt in der Luft. Eine geweihte Kerze brennt während ich schreibe. Ich liebe das Räuchern. Ich liebe Kerzen. Ich liebe den Wald und ich liebe Rituale.

 

Und so ergab es sich heute per Zufall, dass ich zu einem einfachen und dennoch schönen Lichtmess-Ritual gefunden habe. Es ist Ende Jänner, meine Gedanken kreisen um das keltische Jahreskreis Fest Imbolc, die Kirche nennt es Lichtmess. Auch wenn das eigentliche Fest erst am 1./2. Februar stattfindet, so kann man die Grundenergie bereits davor und noch danach wahrnehmen.

 

Ich machte mich auf zu einem Waldspaziergang mit meiner Australien Shepherd Hündin. Kurz davor erreicht mich der Impuls, eine Stabkerze einzustecken und im Wald anzuzünden. Mit der brennenden Kerze in der Hand spazierte ich also den ganzen Weg, eineinhalb Stunden, in einem meditativen Tempo durch den Wald. Ich spürte die Präsenz der Fichten und ließ mir von ihnen Fichtenharz schenken, welches nun in meiner Räucherschale verbrennt.

 

Ich platzierte die Kerze an geheimen Plätzen am Fuß mancher Bäume, die sich mir zwischen den Schneehaufen zeigten. Vielleicht offenbarten sie den Eingang zu kleinen Höhlen für Naturgeister? Ich verweilte an Lichtungen, die sich mir anboten als Platz zum Innehalten und Lauschen der Geräusche der Natur. Neben dem Rauschen eines Baches waren da die ersten Vogelgeräusche, die an den Frühling erinnern.

 

Mir kamen unter anderem Elster, Rabenvogel und Meise unter. Doch die wohl beeindruckendste Vogelbegegnung war ein Specht. Man kann wirklich von einem himmlischen Zufall sprechen, denn genau von dieser einen Fichte habe ich etwas Harz genommen. Ich bin mir sicher, ich hätte das dumpfe weit entfernte Klopfen an der Rinde nicht wahrgenommen, wäre ich nicht länger am Fuß dieses Baumes verweilt. In der Baumkrone entdeckte ich das kleine klopfende Tier schließlich.

 

Beim Blick nach oben zur einsetzenden Dämmerung offenbarte sich mir das Leuchten des Mondes. Dazu der Lichterschein meiner Kerze. Meine Kerze fühlte sich in diesem Moment gesegnet an. Vom Licht des Mondes, von den Bäumen und Geschöpfen des Waldes. In alten Zeiten wurde zu Lichtmess in der Lichtermesse der Kerzenvorrat für das gesamte Jahr geweiht. Wenn man möchte, findet man diesen Segen mit einer reinen und lichtvollen Absicht auch in der Natur. Das Thema von Imbolc ist das Segnen des Neuen und das Verabschieden des Alten. Hierfür bietet sich tatsächlich das Räuchern von Fichtenharz an.

 

Öffnet man seine Sinne für einen bewussten Spaziergang, erfährt man so manch schöne Sinneseindrücke.

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